Arnold Schönbergs ästhetische Positionen an der Epochenschwelle zwischen Endlicher Romantik und Emanzipation der Dissonanz werden in einer Sektion der Ausstellung »Wien 1900. Aufbruch der Moderne« am Leopold Museum (ab 16. März 2019) thematisiert. Schönbergs Gemälde sind als Teil dieser exzeptionellen Schau erstmals seit 14 Jahren in größerem Umfang in Wien zu sehen.

Aus dem kulturwissenschaftlichen Diskurs über »Wien 1900« lassen sich eine Reihe von Epochenbegriffen ableiten, die den Spezialfall Tonkunst jedoch nur oberflächlich berühren oder diesen gar unzutreffend charakterisieren. Die in der Forschung kritisch erörterte Frage, ob es in der Komposition ähnlich gelagerte Konstellationen wie in anderen Künsten gegeben haben könnte, die beispielsweise eine spartenübergreifende terminologische Engführung von »Musik und Jugendstil« erlaubten, lässt sich im Hinblick auf den heterogenen Stand des Komponierens in Wien um 1900 nur peripher beantworten. Die »diffuse Stimmung« (Carl Dahlhaus), welche das Etikett des Wiener Secessionismus als Gemeinplatz für Gleichzeitiges, in seiner jeweiligen Materialität und Gegenständlichkeit jedoch gänzlich Unterschiedliches hervorruft, lässt sich durch einen analytischen Befund seiner klingenden Zeitzeugen nicht verdrängen. Dennoch sind in der Mannigfaltigkeit künstlerischer Zeugen dieser Epoche neben einer topographischen Fixierung bisweilen Substanzgemeinschaften auszumachen.

Auf welche Weise sich Schönbergs Musik und Malerei in den Kontext der Substanzgemeinschaft »Wien 1900« fügt, wird anhand von rund 70 Exponaten aus dem Arnold Schönberg Center nachvollziehbar, die als Leihgaben am Leopold Museum in Wien die neue Dauerpräsentation bis Januar 2020 ergänzen werden.

Die Schönberg-Sektion der Ausstellung am Leopold Museum (16. März 2019 – 31. Januar 2020) wurde kuratiert von Therese Muxeneder | Arnold Schönberg Center, Wien

Wien 1900. Aufbruch der Moderne
(Kurator: Hans-Peter Wipplinger)
Leopold Museum

 

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